Gerade begegnet mir dieses seltsam klingende Wort Hygge an jeder Ecke. Euch auch?

Als ich es zum ersten Mal gehört habe war es ein Kompliment an meine gold-glitzernde Jogginghose auf einer Party in Berlin: Die ist aber hyggisch! Da dachte ich noch mein Gegenüber hätte Schluckauf.
Seitdem verfolgt mich das Wort aber regelrecht im Alltag und soll bitte nie wieder verschwinden! Kleiner Tipp: Es ist kein Produktname eines Möbelhauses und hat auch nichts mit Hygiene zu tun, wie man schnell mal assoziiert. H-Y-G-G-E Ich liebe neue Worte und noch mehr, wenn man sie– wenn auch etwas verspätet – auch gleich als neuen Vorsatz für das neue Jahr nutzen kann!

Hygge [ˈhygə] ist eigentlich Dänisch. Der Duden übersetzt es mit Gemütlichkeit, was der eigentlichen Bedeutung nicht gerecht wird. Hygge ist Lebensgefühl, Zufriedenheit, Gelassenheit, Geselligkeit, Balance und die Art, wie man an Dinge und Situationen herantritt. Es ist sozusagen die dänische Glücksformel, die sich scheinbar bewährt. Denn die Dänen sind auf Platz 1 der glücklichsten Menschen im world happiness report 2016 gelandet. Die Deutschen sind zum Vergleich auf Platz 16. Warum also nicht auch mal bei einem Trend mitmachen? Let’s hygge!

Hygge geht besser zusammen

Mit seinen Liebsten, besten Freunden und inspirierenden Menschen zusammen sein und sich aktiv eine schöne Zeit machen ist wohl der Grundpfeiler von Hygge. Den Moment leben, genussvoll ein gemeinsames Essen genießen, tolle Gespräche führen ohne Stress und Hektik, sich einfach den schönen Dingen im Leben widmen. Super gut! Das Gück liegt in den kleinen Dingen und die Zufriedenheit im Moment. Das alles wird noch schöner, wenn man es teilt! Was ich noch nicht so toll am Hygge-Konzept finde, ist die Ignoranz nach außen. Denn um wirklich glücklich im Moment zu sein, ohne Sorgen und Bedenken, sollte man momentan auf keinen Fall die Nachrichten einschalten – das ist überhaupt nicht hygge, was man da so sieht.

Work-Life Balance

Damit ist jetzt nicht gemeint: halb Stress und halb Hygge! Der Ausgleich sollte so sein, dass Arbeit Spaß macht und sie zur Freizeit gehört wie der Tag zur Nacht. Klar, mal sind die Tage länger und mal kürzer, aber die Balance dazwischen und eine gesunde Mischung sind hier der Schlüssel. Wenn man dann auch noch durchschnittlich 33 Wochenstunden arbeitet, wie die Dänen, sind wir bestimmt auch alle bald sehr sehr glücklich! Ein tolles Klima auf der Arbeit und nette Worte bei der Zusammenhalt kann sich auch schon mal wie Urlaub anfühlen. Also kein Geiz mit Nettigkeiten!

Dein hyggeliges Zuhause

Ich wohne im Münchner Stadtteil Au, das von seinen jungen und manchmal auch kreativen  Einwohnern liebevoll  „Auenland“ genannt wird. Sehr hyggelig also und ganz ohne die runden Haustüren. Jeder braucht ein super gemütliches Zuhause, einen Rückzugsort voller Wärme, Geborgenheit und Ruhe. Statt sich über den grauen Winter oder die frostige Kälte aufzuregen, sollte man sich zuhause einkuscheln und den Moment genießen. Eine heiße Tasse Tee, eine Kuscheldecke, ein blühender Zweig, ein Foto von der Oma an der Wand….das alles ist jetzt hygellig. Das Schöne daran: jeder kann für sich entscheiden, was er gemütlich findet und es muss nicht immer gleich die goldene Ananas oder die Flamingo-Tapete sein.

Wem das jetzt als Gefühl von Gemütlichkeit, Ausgeglichenheit und Zufriedensein zu ungenau ist, kann sich mit dem zweiten Trend des noch jungen Jahres beschäftigen: LAGOM.
Juhuuuu, noch ein neues Wort! Das ist jetzt Schwedisch, gibt es auch im Möbelhaus als Kollektion zu kaufen und bedeutet: nicht zu viel und nicht zu wenig. Maßhalten und abwägen, Funktion und Ästhetik ausbalancieren, genau den richtigen Punkt treffen! Das beim Shopping in Blau-Gelb umzusetzten, ist sicher eine größere Herausforderung.